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Kennst du das? Emotionale Balance im Geben finden

  • Autorenbild: Alexandra Gerl
    Alexandra Gerl
  • 16. Juli 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. März

Was hinter dem Muster steckt


Du gibst Impulse, teilst Ideen und ermutigst andere. Am Ende fühlst du dich jedoch oft leer. Es ist, als hättest du etwas in Bewegung gebracht, aber dich selbst dabei aus dem Spiel genommen. Dieses leise, schwer greifbare Phänomen begegnet mir häufig – sowohl in der Begleitung von Klient:innen als auch in mir selbst. Es geht um das unausgesprochene Geben, das irgendwann kippt. In Frust, Rückzug oder stille Enttäuschung.


Wir geben, weil wir Verbindung wollen. Wir möchten gesehen werden, etwas beitragen und Gutes tun. Doch wenn das Geben nicht verbunden ist mit Klarheit, Grenzen und Selbstkontakt, entsteht ein inneres Ungleichgewicht. Es ist dann emotionales Geben.


Psychologisch betrachtet entsteht dieses Gefühl, „den Kürzeren zu ziehen“, oft aus diesen Dynamiken:


  • 🤝 Selbstwert über Beitrag: „Ich bin wertvoll, wenn ich nützlich bin.“

  • 🫥 Unausgesprochene Erwartungen: „Vielleicht merken sie ja, was ich brauche.“

  • 🧍‍♀️ Fehlende Abgrenzung: „Ich teile, aber ohne mich wirklich einzubringen.“

  • 🧘‍♀️ Verlust des Selbstkontakts: „Ich war mehr bei den anderen als bei mir.“


Es geht nicht darum, weniger zu geben. Sondern darum, nicht dich selbst mitzugeben, wenn du etwas teilst.


🔎 Reflexionsübung: Gibst du – oder verlierst du dich?


1. Rückblick: Drei konkrete Situationen


Nimm dir 15–30 Minuten Zeit. Denk an drei Momente, in denen du gegeben hast (Ideen, Hilfe, Impulse) und danach ein ungutes Gefühl hattest. Beantworte für jede Situation:


  • Was habe ich gegeben?

  • Was habe ich mir (unausgesprochen) erhofft?

  • Was wurde daraus?

  • Was habe ich nicht gesagt?

  • Wie ging es mir danach?


2. Erkenne Deine Muster beim emotionalen Geben


  • Wo gibst du mehr, als dir gut tut?

  • Wo fehlen Klarheit oder Mitgestaltungswunsch?

  • Welche Gefühle kommen auf, wenn du leer ausgehst?


3. Dein neuer Satz: Wie du emotionales Geben durch Klarheit ersetzt


Formuliere eine klare Haltung:


🖊️ „Ich teile meine Ideen mit Klarheit und bleibe beteiligt. Mein Beitrag ist wertvoll – und ich darf auch empfangen.“

Wiederhole diesen Satz innerlich – vor Gesprächen, in Entscheidungssituationen oder wenn du merkst, dass du wieder in alte Muster fällst.


4. Integration im Körper


Stell dich aufrecht hin. Leg die Hände auf dein Brustbein oder deinen Bauch. Sprich deinen Satz leise. Atme bewusst. Lass ihn nicht nur mental, sondern körperlich ankommen.


Leerer Stuhl am Fenster

💬 Fazit: Verbindung ohne Selbstverlust


Die Welt braucht Menschen, die geben – aber nicht sich selbst dabei verlieren. Es ist keine Schwäche, Grenzen zu setzen. Es ist Reife. Es ist kein Egoismus, den eigenen Anteil zu benennen. Es ist Würde.


Vielleicht ist genau das der Wendepunkt: Wenn wir aufhören, leise zu hoffen, dass andere schon merken, wie viel wir geben – und stattdessen klar, präsent und zugewandt bleiben.


Die Bedeutung von Selbstwert und Grenzen


Selbstwert ist entscheidend. Wenn du deinen Wert über das, was du gibst, definierst, wirst du immer in einem Ungleichgewicht leben. Es ist wichtig, sich selbst als wertvoll zu erkennen, unabhängig von dem, was du für andere tust. Setze klare Grenzen. Diese Grenzen helfen dir, dich selbst zu schützen und deine Energie zu bewahren.


Die Kraft der Klarheit


Klarheit ist der Schlüssel. Wenn du weißt, was du geben kannst und was du brauchst, wird das Geben zu einem Austausch. Es wird zu einer Verbindung, die beiden Seiten zugutekommt. Du wirst feststellen, dass du mehr Freude am Geben hast, wenn du auch empfängst.


Emotionale Intelligenz entwickeln


Emotionale Intelligenz ist eine Fähigkeit, die du entwickeln kannst. Sie hilft dir, deine eigenen Gefühle zu erkennen und zu verstehen. Wenn du deine Emotionen besser verstehst, kannst du auch besser kommunizieren, was du brauchst.


Praktische Tipps für den Alltag


  • Tägliche Reflexion: Nimm dir jeden Tag Zeit, um über deine Interaktionen nachzudenken. Was hast du gegeben? Was hast du empfangen?

  • Achtsamkeit: Praktiziere Achtsamkeit, um im Moment präsent zu sein. Dies hilft dir, deine eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen.

  • Feedback einholen: Bitte Freunde oder Kollegen um Feedback zu deinem Geben. Oft sehen andere Dinge, die du selbst nicht bemerkst.


Fazit: Ein neues Gleichgewicht finden


Das Finden eines neuen Gleichgewichts zwischen Geben und Empfangen ist ein Prozess. Es erfordert Zeit und Übung. Doch die Belohnung ist es wert. Du wirst nicht nur erfüllter sein, sondern auch deine Beziehungen werden sich verbessern.


Indem du deine Bedürfnisse anerkennst und klar kommunizierst, schaffst du Raum für echte Verbindungen. So wird das Geben zu einer Quelle der Freude und nicht zu einem Grund für Frustration.

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© 2025 Alexandra Gerl  
Heilpraktikerin für Psychotherapie und Körperarbeit · Donaueschingen & online 

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